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WindNODE: Ausblick in die erneuerbare Zukunft

Das Projekt WindNODE richtet den Blick in eine Zukunft, in der unser elektrischer Energiebedarf nahezu vollständig aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird. Gegenwärtig stammt bereits rund ein Drittel der elektrischen Energie in Deutschland aus „Erneuerbaren“, allen voran aus Wind und Sonne. Das ist viel mehr, als selbst Optimisten noch vor wenigen Jahren erwartet haben. Doch Sonne und Wind sind volatile Energiequellen, deren Energieangebot recht unregelmäßig zur Verfügung steht. In einer windstillen Nacht (der sogenannten „Dunkelflaute“) gibt es fast gar keinen erneuerbaren Strom, so dass Kohle- und Gaskraftwerke einspringen müssen. An einem sonnigen, windreichen Tag kann es hingegen vorkommen, dass Wind- und Sonnenkraftwerke in manchen Regionen ein Vielfaches des eigentlich benötigten Stroms erzeugen. In den Übertragungs- und Verteilungsnetzen, welche den grünen Strom zu Nutzern in Städten und Industrie führen, drohen dann Überlastungen – teilweise so stark, dass die Produktion aus Wind- und Sonnenkraftwerken heruntergeregelt werden muss. Die entscheidende Herausforderung beim weiteren Ausbau der Erneuerbaren wird also in der Frage danach bestehen, wie das erneuerbare Energieangebot zur rechten Zeit am rechten Ort nutzbar gemacht werden kann.

Das intelligente Netzwerk ist flexibel

Damit die Stromnetze stabil bleiben, müssen jederzeit Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht sein. Wind und Sonne sind aber – im Gegensatz zu Kohle- und Gaskraftwerken – nicht regelbar. Wie kann es dennoch gelingen, den Stromverbrauch der Nutzer bestmöglich auf die schwankende Erzeugung abzustimmen und die Netze stabil zu halten? Genau an dieser Frage arbeiten über 70 Partner aus ganz Nordostdeutschland gemeinsam bei WindNODE. Neben dem notwendigen Netzausbau lautet ein wichtiger Teil der Antwort: Flexibilitäten. So kann beispielsweise eine Fabrik einen Teil ihrer Produktion in eine Zeit verlegen, in der eine kräftige Windfront über das Land zieht. Ein Supermarkt kann seine Tiefkühltruhen „auf Vorrat“ kühlen, denn die Ware bleibt auch dann ausreichend kalt, wenn die Kühlaggregate während einer späteren Windflaute ausgeschaltet bleiben. Bei WindNODE machen wir uns systematisch auf die Suche nach solchen Flexibilitäten in Industrie, Gewerbe und Wohnquartieren. Und für den Fall, dass zu einigen Zeitpunkten trotzdem noch zu viel Strom zur Verfügung steht, arbeiten wir an Stromspeichern mit großen Batterien und an der Elektrifizierung der Wärmeversorgung (Power-to-Heat) und des Straßenverkehrs (Elektromobilität). Die WindNODE-Partner arbeiten auch an der erforderlichen Informations- und Kommunikationstechnik, um den angeschlossenen Nutzern zu signalisieren, wann eine gute Zeit zum Stromverbrauch ist.

Ein Schaufenster zum Anfassen und Mitmachen

Die Partner bei WindNODE wollen Fachleuten ebenso wie der interessierten Öffentlichkeit zeigen, dass ein intelligentes Energiesystem tatsächlich funktioniert. Im „Reallabor Nordostdeutschland“ können neue Technologien und Dienstleistungen erprobt werden. Wir erarbeiten Lösungen, die auch als Blaupausen für andere Regionen und Länder dienen können. Einige der Komponenten, die zu einem solchen intelligenten Energiesystem gehören, wird man bei WindNODE an über 20 „besuchbaren Orten“ besichtigen können. So öffnen Fabriken, Supermärkte und Wohnquartiere ihre Türen und zeigen, wie man Produktion, Kühlung und Heizung an Wind und Sonne anpassen kann. Unsere Wanderausstellung „WindNODE Live!“ wird einen Gesamtüberblick geben und zugleich in künstlerischer Form die Ideen der neuen Energiewelt vorstellen. Und wer Lust hat, kann bei WindNODE beispielsweise im Rahmen von Ideenwettbewerben auch aktiv mitmachen.

WindNODE wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Förderprogramms "Schaufenster intelligente Energie (SINTEG)" vier Jahre lang (2017-2020) gefördert.

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