@ BVG / Andreas Süß

Jelbi: Berliner Mobilitätsangebote aus einer Hand

Die App ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit der litauischen IT-Firma Trafi. Ihr Versprechen: Es gäbe „kein lästiges App-Jumping mehr, keine Vielzahl an Apps mehr auf deinem Smartphone – du brauchst nur noch Jelbi, um in Berlin mobil zu sein!“ Neben Bussen und Bahnen der BVG können Berlinerinnen und Berliner zwischen Leihfährrädern von Deezer, E-Tretroller von Tier, E-Motoroller von Emmy, Shuttle-Services von Berlkönig, Car-Sharing-Stationen von beispielsweise Miles und insgesamt 25 weiteren Mobilitätspartnern wählen.

So wie schon vor 90 Jahren der Einheitsfahrschein von der BVG eingeführt wurde, so soll dies nun auch mit der ersten Einheitsapp geschehen: BVG-Chefin Dr. Sigrid Nikutta spricht bei Jelbi von einem „wichtigen Meilenstein“, da in der Applikation nun tatsächlich aus einer Hand „alles anzeigbar, reservierbar, buchbar“ sei und man keine Vielzahl von Apps für verschiedene Mietfahrzeuge benötige. Nach Angaben von Trafi ist Berlin die erste Metropole in Europa, die solch ein System anbietet. In der litauischen Hauptstadt Vilnius, wo Trafi ansässig ist, nutzen bereits 100.000 der 500.000 Einwohner die App.

Nach dreimonatiger Testphase ist Jelbi, was eine Koseform von „Gelb“ auf Berlinisch ist, in den Regelbetrieb aufgenommen und zeigt die verschiedenen Transportmöglichkeiten in Berlin. Die auf Echtzeit basierenden Verkehrsinformationen ermöglichen es, die Verkehrsmittel nach Dauer und Preis zu vergleichen und das individuell passende Angebot zu finden – mit nur wenigen Klicks. Auch das nun eingeführte Bezahlsystem der App soll besonders einfach sein: Alle Fahrten können direkt auf der Plattform bezahlt werden. Das macht die Registrierung bei jedem einzelnen Anbieter überflüssig und der Nutzer ist von der Routenplanung, über die Reservierung bis hin zur Bezahlung rundum betreut.

 

Wenn aus Parkplätzen Mobilitätshubs werden

Zusätzlich entstehen auch schon sogenannte Mobilitätshubs, also Verkehrsumschlagplätze, an denen die verschiedenen Sharing-Angebote sowie öffentliche Verkehrsmittel gesammelt zur Verfügung stehen. In Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag entstehen in Berlin bereits drei solcher Hubs. Die ersten wurden im April in Kreuzberg in der Prinzenstraße (ehemaliger Mieterparkplatz der GEWOBAGund im November an den Schönhauser Allee Arkaden eröffnet. Weitere Plätze kommen am Jakob-Kaiser-Platz, mit Nähe zum Flughafen Tegel und an der Landsberger Allee hinzu. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben sich eine Menge vorgenommen und wollen in Zukunft noch viele weitere Knotenpunkte schaffen – mit Toiletten, WLAN und Paketboxen. 

Bislang ist Jelbi der erste Anbieter, der unterschiedliche Sharing-Angebote mit dem öffentlichen Nahverkehr zusammenführt. Mit diesem besonderen Alleinstellungsmerkmal ist die BVG zuversichtlich, dass sich in Zukunft auch noch weitere Car-Sharing-Anbieter, wie zum Beispiel Car2Go oder DriveNow, anschließen.

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