©Berliner Regenwasseragentur / Andreas [Franz Xaver] Süß

GründachPLUS – Berliner Senat fördert Dachbegrünung

Berlin ist eine grüne Stadt mit vielen Parks, Kleingärten und Seen in der Umgebung, insgesamt 2,5 Tausend Grünflächen im In- und Umland. Im europaweiten Vergleich schafft Berlin es auf Platz 9 der grünsten Städte. Doch Berlin wächst und im verdichteten Innenraum werden Erholungsräume immer begehrter und die Schonung von Ressourcen dringender. „Die schnelle Klimaerhitzung spüren wir heute schon in Berlin. Wir müssen die Hauptstadt möglichst klimarobust gestalten. Dem Stadtgrün kommt eine zentrale Rolle dabei zu, die Lebensqualität in der Metropole zu sichern,“ betonte Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in einer Pressemitteilung im Juni 2019. Deshalb wurde das Förderprogramm „1000 grüne Dächer“ (jetzt GründachPLUS) von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz aufgelegt und ist Teil der Charta für das Berliner Stadtgrün.

2,7 Millionen Euro Fördermittel wurden zur Verfügung gestellt und sollen Grundeigentümerinnen und -eigentümer sowie Initiativ- und Interessengruppen, Vereine, Begegnungsstätten, Seniorenheime oder ähnliche Einrichtungen zur Dachbegrünung motivieren. Die Umsetzung des Programms liegt in den Händen der IBB Business Team GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Investitionsbank Berlin (IBB). Die Berliner Regenwasseragentur informiert im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung über die Möglichkeiten und Vorteile der Dachbegrünung sowie weitere Maßnahmen der Bewirtschaftung von Regenwasser auf Grundstücken.

Aufatmen für Klima, Tier und Mensch

Gründächer sind eine wichtige Maßnahme zur Klimaanpassung in Großstädten „[...]sie helfen gegen Hitzestress, verbessern durch ihre kühlende Wirkung das Mikroklima und sie speichern Regenwasser wie ein Schwamm – auch bei Starkregen [...], “ sagt Regine Günther weiter. Vor allem dichte Stadtquartiere sollen von den Gründächern profitieren. Neben der Tatsache, dass sie als Rückzugsorte dienen, sorgen sie im Sommer für ein kühleres Klima. Während die Temperatur eines regulären Daches im Sommer auf über 50° C ansteigen kann, erwärmt sich ein begrüntes Dach nur um 10° C bis 20° C. Nicht nur die Abgabe von Hitze, sondern auch die Speicherung von Wasser spielt eine maßgebliche Rolle, um das Stadtklima zu verbessern, Auswirkungen von Starkregen zu verringern und die Artenvielfalt zu schützen. Der große Vorteil von Gründächern ist hierbei, dass sie in der Lage sind, Regenwasser wie ein Schwamm aufzunehmen und, dass das Wasser nach und nach verdunsten kann. Zusätzlich eröffnen die Gründächer Möglichkeiten für urbanes Gärtnern.

Über den Dächern Berlins: Apfelbäumchen, Yoga und Konzerte

Bereits vor dem Start des Programms im Frühjahr 2019, riefen die Berliner Wasserbetriebe zum Wettbewerb um „Berlins schönstes Gründach“ auf. Der Sieger erntete Ruhm und einen Wassersprudler; dem Förderprogramm verhalf es zu mehr Bekanntheit. Besondere Begeisterung löste der private Dachgarten von Claus Lutterbeck aus. In einem Schöneberger Altbaukiez gedeihen hier auf 150 Quadratmetern Kräuter, Gemüse, Blumen und sogar ein kleines Apfelbäumchen. Als Gewinner ging jedoch ein Gründach aus Friedrichshain hervor. Eine Baugruppe hat hier gemeinschaftlich eine Oase für 250 Bewohner angelegt, mit Raum zum Ernten, Spielen und Feiern sowie Platz für Yoga und Konzerte. Der positive Effekt auf die Umwelt- und Lebensqualität für so viele Menschen scheint hier überzeugt zu haben.

Green Roof Lab

Neben der regulären Förderung, bei der Antragsberechtige Zuschüsse für die Umsetzung von mindestens 100 m² großen Dachbegrünungsvorhaben auf Bestandsimmobilien erhalten, ist auch ein Green Roof Lab vorgesehen. Eine Art Experimentierbaukasten, um Dachbegrünungsprojekte von hoher Qualität und mit Vorbildcharakter zu schaffen. Im Vordergrund sollen gemeinwohlorientierte, partizipative, innovative und experimentelle Vorhaben stehen. Hierbei ist eine vollumfängliche Förderung möglich. Über die Höhe wird individuell entschieden.

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