© Dorothea Letkemann

Goerzallee e.V. – viel Potenzial für innovatives Wachstum

Welchen Einfluss der Zuzug von jungen und innovativen Unternehmen auf die Infrastruktur eines Ortsteils haben kann, zeigt das Beispiel Goerzwerk. Hier hat Silvio Schobinger 2015 gemeinsam mit seinem Bruder Mario ein altes Fabrikgebäude zu modernen Loft-Büros umgebaut. Auf dem Gelände entstand eine lebendige Community aus klassischen Handwerksbetrieben und technologischen Start-Ups. Für Freelancerinnen und Freelancer, Start-Ups und Teams, die lieber in moderner Gemeinschaft, als isoliert im heimischen Büro arbeiten wollen, bietet das CoWerk im Goerzwerk den idealen Platz und eine besondere Atmosphäre. Die CoWorkerinnen und CoWorker können hier bestehende Netzwerke nutzen und zugleich neue Kontakte knüpfen.

Startschuss für den Verein Goerzallee

Das Goerzwerk war der Startschuss für die Gründung des Vereins Goerzallee e.V. im Februar 2017. Ein wesentliches Ziel des Vereins, sei der Aufbau eines aktiven Netzwerkes, das sich für die Umsetzung der Interessen aller dort ansässigen Unternehmerinnen und Unternehmer einsetzt, sagt Silvio Schobinger, Eigentümer des Goerzwerkes und Vorstandsvorsitzender: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Miteinander viel angenehmer wird, wenn man sich bemüht, dass die Menschen, die hier arbeiten, sich auch persönlich kennenlernen und schätzen. Das haben wir durch regelmäßige Veranstaltungen und Partys erreicht. Auf dieser Grundlage entwickelte sich eine lebendige Gemeinschaft und daraus auch lebendige Geschäftsbeziehungen. Diesen Schwung und die positive Energie wollten wir über unsere Grundstücksgrenzen hinaustragen. Das war die wesentliche Motivation für die Gründung des Netzwerkvereins“, fasst Schobinger zusammen.

Mit der Goerzbahn soll ein Stück Industriegeschichte wiederbelebt werden

Bei der Vereinsgründung vor gut zwei Jahren äußerte die Bürgermeisterin des Bezirks Steglitz-Zehlendorf ihre Zuversicht, dass dem Verein die Entwicklung zu einem attraktiven Industrie- und Gewerbepark gelingt. Und das ist geglückt – auch wenn auf den Verein noch viel Arbeit zukommt: „Wir wollen eine Infrastrukturmaßnahme voranbringen – dabei geht es um die Wiederbelebung der seit Mitte letzten Jahres nicht mehr genutzten Schienenstrecke der ehemaligen Goerzbahn. Uns schwebt vor, dort ein elektrisch betriebenes, On-Demand-fahrendes Schienentaxi oder einen Schienenbus zu initiieren, dass die vier Kilometer vom
S-Bahnhof Lichterfelde West bis zur Goerzallee in kurzer Zeit verbindet. Damit wären die Goerzallee und alle Anwohner am Dahlemer Weg direkt an das Schienennetz angeschlossen“, erläutert Silvio Schobinger und will damit ein Stück Tradition wieder aufleben lassen. Denn vor mehr als 100 Jahren kaufte der Unternehmer Carl Paul Goerz die Anteile der dort bestehenden Industriebahn, damit seine Arbeiter bequem ihren Arbeitsplatz erreichen können.

Wie dieses Projekt in einer Smart City mit modernen Technologien funktioniert, zeigt ein Testbetrieb in Potsdam – dort ist bereits seit einiger Zeit auf vergleichbarer Strecke eine autonom-fahrende Straßenbahn unterwegs: „Autonomes Fahren ist ohnehin ein Megatrend. Die Technik ist also schon da und müsste ‚nur noch’ für die Strecke angepasst werden“, umreißt Silvio Schobinger das Projekt und ergänzt: „Das könne in relativ kurzer Zeit zu einem erfolgreichen Testbetrieb führen.“

Auch für das laufendeJahr hat Silvio Schobinger mit seinem Team viel geplant: Neben einer personellen Aufstockung soll das Netzwerk weiterwachsen und mit weiteren neuen, spannenden Inhalten gefüllt werden: „Wir entwickeln gerade weitere Expertenformate, in denen sich die einzelnen Mitglieder gegenseitig mit ihrem Know-how unterstützen: „Wir wollen auch Fachvorträge von Externen anbieten. Zudem soll der gesellschaftliche Aspekt nicht zu kurz kommen. Denn dies ist in der DNA der ersten Mitglieder begründet. Es sind spezielle Abendveranstaltungen für Freunde und Mitglieder unseres Vereins geplant. Ziel ist, eine noch stärkere Vernetzung benachbarter Unternehmerinnen und Unternehmer.“

Der Verein Goerzalle stellt die Weichen für eine „smarte Zukunft“ der Stadt Berlin. Silvio Schobinger: „Bezirk und Senat beobachten mit großem Wohlwollen die Entwicklung, die vom Goerzwerk auf das Industriegebiet Goerzallee abstrahlt. Diese erhöhte Aufmerksamkeit hilft uns dabei, die Initiativen des Vereins voranzutreiben. Wir sind positiv gestimmt, dass diese Unterstützung zum Wachstum der Goerzallee beitragen wird.“

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