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Future Living Berlin: Zukünftiges Leben mit Dorfcharakter

Mit dem technologischen Fortschritt ist oftmals die Furcht verbunden, dass die Menschen sich in ihren sozialen Verbindungen und Gefügen voneinander entfremden und das Gemeinschaftsgefühl in einer städtischen Kommune verloren geht. Auch wenn Stadtbewohner häufig dicht beieinander wohnen, entstehen oftmals keine wirklichen nachbarschaftlichen Gemeinschaften mehr. Interaktionen mit Mitbürgern werden in die digitale Welt verlagert, der analoge Austausch ist reduziert. Wie können diese Grenzen jedoch überwunden werden, sodass smarte Technologien in den Gemeinschaften und Städten der Zukunft nicht noch zusätzliche soziale Hürden schaffen, sondern Barrieren im übertragenen und buchstäblichen Sinne abbauen? Das Projekt Future Living Berlin liefert Antworten auf diese und viele weitere Fragen. 

Eine generationsübergreifende Gemeinschaft ist das Ziel

Von der Planung über den ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung durch die GSW Sigmaringen in Kooperation mit der Unternehmensgruppe Krebs fördert das Future-Living-Projekt Lösungen, die das Leben und Zusammenleben einfacher machen. Auf einer 8.000 Quadratmeter großen Fläche im Berliner Ortsteil Adlershof entstehen dafür 69 Wohnquartiere, zwölf Gewerbeeinheiten, eine Cafeteria und ein Ausstellungsbereich, in denen auch Präsentationen, Kongresse und Schulungen stattfinden, die einen weiteren Einblick in das zukünftige smarte Leben eröffnen sollen. Hinzu kommen 20 Boarding-House-Studios – Wohnpensionen beziehungsweise Apartments, welche die Vorzüge eines Hotels bieten, allerdings für einen längeren Wohnaufenthalt ausgelegt sind. 

Ziel ist eine generationenübergreifende Gemeinschaft. Hier sollen Senioren, Studenten, Pärchen, Singles und Familien, also Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebensumständen aufeinandertreffen sowie voneinander lernen. Dieses Wohn- und Lebenskonzept soll zeigen und üben, wie wir mit dem demografischen Wandel umgehen können. Ältere Menschen sollen unterstützt werden und jüngere von deren Lebenserfahrungen profitieren. Die besondere Gestaltung des Projekts Future Living erzeugt einen gewissen „dörflichen Charakter“ des Komplexes und ein stärkeres Miteinander: Gemeinschaftliche Höfe und Plätze sowie Grünflächen laden dazu ein, dass die Bewohner auf ungezwungene Weise zueinander finden und sich austauschen. 

 

Technologie, die den Menschen ergänzt und nicht ersetzt

Future Living setzt modernste Technologien ein, um den Menschen vor Ort die Möglichkeit zu geben, ihr Leben nachhaltig, ressourcenschonend und umweltbewußt zu gestalten.  Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen sorgen bei der Future-Living-Anlage für eine saubere und umweltfreundliche Energie- und Wärmegewinnung, die in speziellen Batterien gespeichert und bei Bedarf genutzt werden kann. Ein effizientes Energie-Management ist in etwa genauso wichtig wie eine saubere Erzeugung. Darüber hinaus helfen modernste Gebäudehüllen, Energie- und Wärme-Verlust auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Carsharing-Optionen helfen darüber hinaus, den Der CO2-Ausstoß der inviduellen Mobilität soll durch Carsharing-Optionen verringert werden. 

In den 20 Boarding-House-Studios kommt die neueste Smart-Home-Technologie zum Einsatz und wird in unterschiedlichsten Probe-Szenarien eingesetzt. Dazu steht Future Living Berlin Panasonic, einer der größten, weltweit operierenden Technologie-Konzerne, zur Seite. Mit der smarten Ausstattung kleinerer Siedlungs- oder Wohngemeinschaft hat das Unternehmen schon reichlich Erfahrung gemacht: Das Unternehmen entwickelte in Japan nämlich bereits mit Panasonic die Fujisawa Sustainable Town. Eine technologisch fortgeschrittene Stadt, die 50 Kilometer westlich von Tokio liegt und in der inzwischen etwa 250 Familien leben. Nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2020 sollen hier 3.000 Bürger ein Zuhause finden. 

In Fujisava befinden sich die meisten Geschäfte auf einem zentralen Campus und die Straßen werden hauptsächlich von Elektroautos befahren. Glas- und Stahlkonstruktionen in der Nähe von Bushaltestellen bieten durch einen feinen Sprühnebel Abkühlung und Schutz vor der Sonne an heißen Sommertagen. Verschiedenste gemeinsame Freizeitaktivitäten sind in einem Park und einem Gemeindezentrum möglich. Daneben werden vernetzte Kühlschränke und Waschmaschinen zu smarten Helfern. Ältere und hilfsbedürftige Menschen können entscheiden, ob sie entsprechende Sensorik zur Begleitung ihres Gesundheitszustandes nutzen möchten.

Zwar handelt es sich bei Future Living Berlin bisher noch um eine räumlich begrenzte Implementierung solcher Maßnahmen, allerdings können sich Interessierte bereits einen größeren Einblick in ein Stadtgefüge verschaffen, das die Zukunft der Hauptstadt prägen könnte. 

 

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