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Calliope mini: Coding für die Kleinsten

Spielerischer Zugang zur digitalen Welt – das soll für Grundschüler mit Hilfe des Calliope mini bald bundesweit möglich sein. Der Mini-Computer auf einer Platine lässt sich einfach programmieren und zeigt schon den Kleinsten, wie IT funktioniert. 

Hinter dem Calliope mini steht die gemeinnützige Calliope GmbH, die sich als Bildungsprojekt versteht und jedem Schulkind ab der 3. Klasse spielerisch ein besseres Verständnis für technologische Prozesse vermitteln möchte. Neben dem Calliope mini als Hardware-Produkt stehen auch die Fortbildung von Lehrkräften und die Sammlung von didaktischem Open-Education-Resource-Material im Fokus des Unternehmens. Erstmals wurde der Calliope mini 2016 auf dem nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken vorgestellt. 

Zu den Gesellschaftern des gleichnamigen Unternehmens zählen unter anderem der Diplom Interaktionsdesigner Jørn Alraun, die Design-Professorin Gesche Joost, die Lernspielzeug-Entwicklerin Franka Futterlieb und der Digital-Unternehmer Stephan Noller. Das Projekt wird von mehreren Unternehmen und Stiftungen unterstützt, darunter Google, Microsoft, SAP, Bosch, Cornelsen und die Deutsche Telekom Stiftung.

Spielend lernen mit dem Calliope mini

Der Calliope mini ist ein Mikrocontroller, der dank einfacher Blockprogrammierung schon von Grundschulkindern für viele verschiedene, aktive Lernprojekte genutzt werden kann. Mit ihm können die Kinder problemlos an die kreativen Möglichkeiten des Programmierens herangeführt werden. Damit der „mini“ direkt im Unterricht eingesetzt werden kann, wurde er mit Pädagogen entwickelt und so gestaltet, dass er bereits für Kinder ab der dritten Klasse geeignet ist: „Mit dem Calliope mini wird die digitale Welt in die Lebenswelt der Kinder geholt“, erläutert Geschäftsführer Jørn Alraun. 

Die Vorteile eines webbasierten Editors, mit dem Programme für den Calliope mini erstellt werden können, liegen laut Alraun auf der Hand: „Beim Coding muss keine Software auf Schulrechnern installiert werden, ein einfacher Webbrowser genügt. Auf diese Weise wird auch unsere Hardware, der Calliope mini, immer mit Updates versorgt.“ 

Das sogenannte Coding (spielerisches Programmieren) ist eine zeitgemäße Gestaltung von Unterricht, sagt der Calliope-Geschäftsführer. Denn auch kleinere Kinder seien bereits in der digitalen Welt unterwegs. Aus diesem Grund sei es sinnvoll, sie zu begleiten und mit ihnen gemeinsam zu erfahren, wo in unserem Leben Computer eine Rolle spielen: „Eine wichtige Erfahrung, schon für die Kleinen, ist es, dass ich dem Computer sagen kann, was er für mich machen soll – und nicht umgekehrt“, so Alraun. 

Selber machen statt nur bedienen

Ziel des Projektes ist es, die digitale Mündigkeit in den Schulen zu vermitteln: „Technik soll nicht nur beherrscht werden, vielmehr möchten wir Ängste vor dem Umgang mit ihr abbauen und ermutigen, sich zwar kritisch, aber auch kreativ digitaler Tools zu bedienen. Der Calliope mini zeigt, dass ein Computer keine Black Box sein muss. Stattdessen können wir aktiv unsere Lebenswelt auch mit Computern gestalten und werden so vom Konsumenten zum Produzenten“, betont Alraun weiter. Teil dieses Prozesses ist es, Programme nicht nur anzuwenden, sondern selbst erstellen zu können. Natürlich sei klar, dass Technik keine Pädagogik ersetzen kann. Aber: „Die analoge und die digitale Welt verschmelzen immer mehr miteinander, diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten.“ 
 

Standort Berlin trägt zum Erfolg des Unternehmens bei 

Mehrere Schulen und Bildungsinitiativen in allen Bundesländern nutzen bereits den Minicomputer – Tendenz steigend: „Wir haben sehr viele regionale Pilotprojekte gestartet, die zeigen, wie Bildung in einer digitalen Welt funktionieren kann. Zusammen mit anderen sind wir Vorreiter dieser Bewegung und freuen uns, diesen Weg weiter zu gehen, um noch mehr Schulkindern digitale Kompetenzen zu vermitteln“, so Alraun. 

Auch der Standort Berlin spielt für den Erfolg des Unternehmens, das seinen Sitz im Prenzlauer Berg hat, eine große Rolle: „Da wir in Berlin in einem mittelständischen Unternehmen die Geräte produzieren, ist es praktisch, auch hier zu sitzen. Das bedeutet für uns kürzere Wege und eine enge Zusammenarbeit mit dem Produzenten. Auch der Austausch mit anderen tollen Bildungsinitiativen sowie Stiftungen mit Sitz in Berlin und den ausgezeichneten Unis ist für uns von Vorteil.“ 

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